Propaganda aus dem Hause Parzeller

Es ist immer wieder erstaunlich wie oft schlechte Nachrichten als positive verkauft werden. Insbesondere der Verlag Parzeller mit Propagandaminister und Geschäftsführer Rudolf Lechner mischt dabei ganz weit vorne mit. Unter dem Titel „Verlag Parzeller kehrt Trend erfolgreich um“ ( http://www.fuldaerzeitung.de/newsroom/wirtschaft/Wirtschaft-Verlag-Parzeller-kehrt-Trend-erfolgreich-um;art308,317332 ) freut sich der 57-Jährige, dass die Zahl  der täglichen Leser seit 2006 von 145 000 auf 175 000 gestiegen sei. Damit erreiche die Zeitung täglich 65 Prozent der Menschen über 14 Jahre in der Region. Zwar sei die verkaufte Auflage um 1,4 Prozent zurückgegangen, aber man müsse bedenken „dass ein Zeitungsexemplar heute durch mehr Hände geht als früher“. Angeblich würden mittlerweile 3,0 Personen eine Zeitung lesen.

Statistikpropaganda und Gratisblatt-Schwämme

Hier wird ganz klar ein definitiver Abwärtstrend in der verkauften Auflage der einzigen Tageszeitung in der Region schön geredet. Diese Statistik-Propaganda, dass die Zeitung mittlerweile von 3,0 Leuten pro Exemplar gelesen werde, soll lediglich die Anzeigenkunden beruhigen, damit diese sich nicht gegen die exorbitant teuren Printpreise auf die Barrikaden gehen. Das nicht noch mehr Werbekunden dem Verlag Parzeller den Rücken kehren, hängt insbesondere daran, dass die Region mit den Gratisblättern wie Marktkorb überschwemmt wird und somit die Schaltung von Werbung in Parzeller-Publikation zum Leidwesen der mittelständigen Unternehmen der Region fast alternativlos (Ausnahme: Fulda Aktuell) ist.

Werbeüberladene Alternativen

Der Wunsch nach Alternativen zeigt sich in der Werbeüberflutung von Internetportalen wie osthessen-news.de . Allerdings ist mittlerweile deren Startseite so mit Bannern überladen, dass man selbst das Logo verkleinern musste, um mehr Platz für Werbung zu schaffen. Eigentlich ist dort kaum mehr Werbung möglich (solange man nicht noch Popup-Banner und seitenfüllende Flashwerbung einführt).

Beschissen und charakterlos

Die Zukunftsprognose sieht so aus, dass die Print-Auflage der Fuldaer Zeitung + deren Derivate immer weiter zurück gehen wird. Da helfen weder das neue (beschissene und charakterlose) Design sowie Jugend- und Kinderseiten. Gleichzeitig wird die Auflage der Gratiszeitungen steigen um den Werbetreibenden weiterhin eine Plattform mit (rein statistisch) hoher Leserschaft zu ermöglichen. Ein journalistisch hohes Niveau – was bei der FZ nur noch in Ansätzen vorhanden ist – wird in der Zukunft non-existent sein – zumindest auf regionaler Ebene.

paid-content als Lösung?

Zwar setzen die Verleger alle Hoffnung auf neue Geschäftsmodelle wie das Ipad, aber wer braucht in Zeiten des Internets noch paid-content um sich informiert zu fühlen? Zwar postuliert der Bund deutscher Zeitungsverleger (BDZV) das Ende der kostenlosen Internetauftritte, aber das wird in der Region Fulda kaum praktikabel sein … Osthessen-News würde sich die Hände reiben.

Fazit

Der Verlag Parzeller wird sich um ungemütliche Zeiten – insbesondere mit seinem Produkt Fuldaer Zeitung einstellen müssen. Da hilft auch nicht die hilflose Propaganda des Verlagsgeschäftsführers weiter  – denn auch die Werbekunden sind nicht dumm.

Huan-Son!