Archiv für den Monat: Juli 2009

Osthessennews und der böse Onkel

Osthessennews hat heute mit dem Beitrag „Der böse Onkel wartet im Cyberspace“ – Pädophile suchen im Jugend-Chat den Vogel abgeschossen. Es reitet auf der von Zensursula ausgelösten Kinderpornographie-Hysterie Welle und vermischt Berichterstattung und Werbung. Denn von den eigenen Grundsätzen weicht Osthessen-News gleich zweimal in dem kurzen Artikel ab: Zum einen wird die URL der Firma direkt verlinkt und zum anderen gibt es absolut keinen Bezug zu Fulda. Doch als Belohnung verlinkt der verlinkte zurück zu den Medien. So funktionieren Online-Kampagnen heutzutage.

Wie bei einem Überraschungs-Ei kommt Osthessennews in den Genuss von drei Dingen:

1. Einen von „Sicher-Stark-Team“ vorformulierten Pressetext (der Original-Text findet sich hier)

2. Gutes Image bei der breiten Bevölkerung

3. Eine höheren Platz im Google-Ranking

Für das Sicher-Stark-Team stellt die Aktion eine Sozialmarketing-Kampagne dar.  Hier gibt es einen Wikipedia-Artikel mit mehr Infos dazu.

Von der Medienkampagne profitieren also Anbieter (Sicher-Stark-Team) und Medien (z.B. OHN)  gleichermaßen. Da kann man dann schon mal darüber hinwegsehen, dass anders als es der OHN-Artikel suggeriert, das Thema allenfalls  ein Randthema beim Sicher-Stark-Team ist und der im Artikel erwähnte Kurs überhaupt nicht auf der Homepage zu finden ist.

Stichwort: non-profit Organisation: Ich vermute ja, dass der Weg eine non-Profit Organisation nur aus der (finanziellen) Not heraus geboren wurde. Es klingt einfach gut und suggeriert, dass es nicht um Geld geht. Tut es aber. Auf der Homepage wimmelt es nur so von Phrasen, wie z.B. „Ihre Investition“ (in die Hör-CD), „Geld-zurück-Garantie bei Nichtgefallen“ usw.

Tatsächlich wird nur eine Hörprobe des o.g. Sicher-Stark-Hörbuches angeboten. Ginge es wirklich darum, den Eltern zu helfen, so würde das Hörbuch komplett zum Download bereit gestellt werden.

Besonders abstoßend auf der Webseite sind die eingescannten schriftlichen Lobeshymnen der Kinder (im Schnitt 9-10 Jahre alt), die an einer Schulung teilgenommen haben. Alle klangen sehr ähnlich – fast immer war von Selbstbewusstsein die Rede, nur ein Kind hat verstanden, um welchen „Erfolg“ es wirklich geht, es schrieb: „… Ich hoffe, dass das Sicher-Stark Team noch viele erfolgreiche Kurse haben wird„.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder vor den Gefahren des Internets gewarnt werden. Das sollte aber in der Schule geschehen, damit nicht nur die Kinder betuchter Eltern etwas davon haben.

Auch könnte dann auf die künstliche Panik an der sich Osthessennews hier beteiligt hat, verzichtet werden, denn es ginge plötzlich nicht mehr um Verkaufsquoten von CDs.

Internetbetrüger in der Nähe von Fulda unterwegs?

Die sogenannte TRC-Telemedia AG IBC ist eine Firma, die durch Trickbetrug versucht, ahnungslose Leute zu hintergehen.  Ein angeblich privater Briefzusteller gibt dabei häufig aus, einen Brief für das jeweilige Opfer empfangen zu haben, Name und Anschrift jedoch nicht korrekt lesbar seien. Wird die Adresse dann erstmal verraten, kommt in den nächsten Monaten eine Rechnung über immens hohe Beträge für die angebliche Nutzung kostenpflichtiger Serviceleistungen per Handy. Dieser Betrag hat in Härtefällen sogar vierstellige Ausmaße angenommen. Wer nicht zahlt, bekommt daraufhin von einem Münchener Inkasso-Büro namens ALlinkasso GmbH München. Die Staatsanwaltschaft warnt die Leute ausdrücklich davor, die Rechnungen zu bezahlen. Am besten sei es, einfach so zu tun als würde man gar nichts erhalten haben und einfach nicht zu reagieren. Spätestens auf einen Mahnbescheid müsste man sich melden, da in dem Fall jedoch auch der Kläger, in diesem Fall also der Besitzer der dubiosen Firma, vor dem Staatsanwalt die Karten offen legen müsste, wird es soweit nie kommen.